Schultheaterwoche. Gwendoline Lovey und Werner Panzer wagten das Experiment und brachten mit einer 4. Klasse aus dem Schulhaus Hermesbühl in Solothurn ein selbst erarbeitetes Stück in französischer Sprache auf die Bühne der Schultheaterwoche – mit Erfolg.

Kleider, die an die Hochblüte des Schlosses Waldegg erinnern, ein Tanz, passend zur Zeit, Szenen auf einer Bank und so fort: Innert kürzester Zeit entstand eine Szenencollage mit Motiven aus der Geschichte bis in die Neuzeit, zusammengestellt und entwickelt von Gwendoline Lovey (Französischlehrerin), Werner Panzer (Veranstaltungsleiter) und den Lehrpersonen Barbara Grossenbacher, Heidi Dizerens und René Kaiser aus dem Schulhaus Hermesbühl in Solothurn. Das ganz Besondere war aber nicht die Kostümierung, nicht die eindrücklich gespielten Szenen oder die Oscar-Verleihung am Schluss des Stückes, nein, es war die Sprache.

Au château de Waldegg

Französisch beherrschte die Bühne. Inhalte aus dem zweijährigen Französischunterricht wurden von der 4. Klasse theatralisch umgesetzt. «Zwei Jahre Französisch und schon bühnenreif?», hiess die Frage im Programm. Die Antwort lautet klar und deutlich: Ja! Einfache, klare Sätze, kleine Dialoge, die oft auch von Wiederholungen lebten, bildeten die Grundlage für Geschichten, die zum Schmunzeln und zum Staunen einluden. Es brauchte nicht viel, keine hochgestochenen Redewendungen, die die meisten ohnehin nicht verstanden hätten. Der Charme lag in der Verständlichkeit, aber auch in der Intensität, in der die Szenencollage gespielt wurde.

Das Experiment, das aus einer gewissen Verlegenheit mangels Stücken gewagt wurde, hat sich gelohnt. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen erbrachten den Beweis, dass man mit der französischen Sprache schon in einem frühen Stadium sehr kreativ und motivierend umgehen kann. Dieses Beispiel könnte und sollte Schule machen.