Was bedeutet Passepartout?

Seit August 2011 lernen alle Schülerinnen und Schüler in BE, BL, BS, SO, FR, VS ab der 3. Klasse Französisch und ab der 5. Klasse Englisch. Und seit August 2015 ist der erste Passepartout-Jahrgang auf der Sekundarstufe I.

Erfolg dank Kohärenz

Passepartout, Bilder aus dem Unterricht, April 2016, Bild Christian Flierl

Die Lehrmittel für beide Sprachen werden durchgehend bis zur 9. Klasse, dem Ende der obligatorischen Schulzeit, konzipiert. Es gibt also keinen Bruch zwischen dem Sprachenlernen an der Primarschule und dem Fremdsprachenunterricht auf der Sekundarstufe I. Diese Kohärenz trägt zum Erfolg der Schülerinnen und Schüler bei. Eine Evaluationsstudie wird dies überprüfen, wenn der erste Passepartout-Jahrgang 2018 die obligatorische Volksschule abschliesst.

Gymnasien, Mittelschulen und Berufsschulen werden vorbereitet

Die Ziele von Passepartout und die Didaktik der Mehrsprachigkeit beschränken sich nicht auf die Volksschule. Sie sollen auch für die Sekundarstufe II, an Gymnasien, Mittelschulen und Berufsschulen gelten. So will es die Sprachenstrategie der Schweizerischen Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) für die Sekundarstufe II von 2013. Die Kantone sind bestrebt, den Übergang zwischen Sekundarstufe I und den nachfolgenden Schulen möglichst ohne Brüche zu gestalten. Erste Informationsveranstaltungen und Koordinationssitzungen laufen bereits. Erkundigen Sie sich in Ihrem Kanton über laufende Aktivitäten.

Was ist neu mit Passepartout?

Alle Schülerinnen und Schüler der sechs Kantone lernen in der Primarschule zwei Fremdsprachen, zuerst Französisch, dann Englisch. Die Schülerinnen und Schüler lernen Sprachen anhand von interessanten Sachtexten und nicht von künstlich konstruierten Standardsätzen und Dialogen. Sie eignen sich Strategien an, mit denen sie sich ganze Texte erschliessen. Im Vordergrund steht das Handeln und Kommunizieren. Die Grammatik wird auf der Sekundarstufe I stärker gewichtet. Der Fremdsprachenunterricht von der 3. bis zur 9. Klasse ist aus einem Guss. Lehrplan und Lehrmittel sind durchgehend konzipiert. Es gibt keine Brüche zwischen den Stufen, jedes Kapitel, jedes Buch baut auf dem vorangehenden auf.
Die Lehrpersonen der beteiligten Kantone erhalten eine gemeinsame vertiefte Aus- und Weiterbildung für den Unterricht mit dem neuen Lehrplan und den neuen Lehrmitteln.

Gut eingebettet

Die Ziele von Passepartout stimmen mit nationalen und europäischen Bildungsprojekten überein: Das HarmoS-Konkordat legt fest, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Primarschule zwei Fremdsprachen lernen. Der Lehrplan 21 und der Passepartout-Lehrplan sind aufeinander abgestimmt. Dieser gilt in den sechs Passepartout-Kantonen bis 2018. In welcher Form er danach gültig ist, liegt im Ermessen des einzelnen Kantons. Nicht zuletzt verfolgt Passepartout die Sprachenstrategie des Europarats, der mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen und dem Europäischen Sprachenportfolio zwei wichtige Instrumente geschaffen hat, die auch in der Schweiz angewendet werden.