Passepartout – ein Schlüssel zur Welt

Passepartout, Bilder aus dem Unterricht, April 2016, Bild Christian Flierl

Eine gute allgemeine Schulbildung stärkt die Schülerinnen und Schüler in ihrer Beziehung zur Welt. Dafür braucht es unter anderem die Fähigkeit, sich mit anderen Menschen zu verständigen. Das Sprachenlernen nimmt deshalb einen wichtigen Platz in der Volksschule ein.

Schülerinnen und Schüler sollen mit Freude Sprachen lernen. Sie sollen neugierig auf Menschen zugehen und selbstbewusst in verschiedenen Sprachen kommunizieren können. Nicht perfekt, aber ohne Angst vor Fehlern. Dafür braucht es einen Fremdsprachenunterricht, der diesen Erwartungen entsprechen kann. Von der Primarschule bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit.

Die Nachbarsprache zuerst

Und so haben sich die sechs Kantone an der französischen Sprachgrenze (BE, BL, BS, SO, FR, VS) zusammengetan. Sie wussten, dass die umfassende Erneuerung des Fremdsprachenunterrichts eine aufwändige Sache ist, die kein Kanton allein stemmen kann. Es braucht neue Lehrmittel, einen neuen Lehrplan und speziell ausgebildete Lehrpersonen. All das haben die sechs Kantone zusammen organisiert. Von Anfang an war ihnen klar, dass die Kinder mit Französisch starten, denn es ist eine Landessprache und die Sprache unserer Nachbarn. Englisch dagegen ist eine wichtige Fremdsprache und deshalb für alle Schülerinnen und Schüler der Volksschule obligatorisch. Seit August 2011 lernen in diesen sechs Kantonen alle Schülerinnen und Schüler ab der 3. Klasse Französisch und ab der 5. Klasse Englisch.

Erfolg dank Kohärenz

Die Lehrmittel für beide Sprachen werden durchgehend bis zur 9. Klasse, dem Ende der obligatorischen Schulzeit, konzipiert. Es gibt also keinen Bruch zwischen dem Sprachenlernen an der Primarschule und dem Fremdsprachenunterricht auf der Sekundarstufe I. Diese Kohärenz der Lehrmittel über die Schulstufen hinweg trägt zum Erfolg der Schülerinnen und Schüler bei. Eine gross angelegte Studie wird dies überprüfen, wenn der erste Passepartout-Jahrgang 2018 die obligatorische Volksschule abschliesst.

Was ist neu mit Passepartout?

  1. Alle Schülerinnen und Schüler der sechs Kantone lernen in der Primarschule zwei Fremdsprachen, zuerst Französisch, dann Englisch.
  2. Die Schülerinnen und Schüler lernen Sprachen anhand von interessanten Sachtexten aus ihrer Alltagswelt und nicht von künstlich konstruierten Standardsätzen und Dialogen. Sie eignen sich Strategien an, mit denen sie sich ganze Texte erschliessen.
  3. Im Vordergrund steht das Handeln und Kommunizieren, nicht die Grammatik. Diese folgt auf der Sekundarstufe I.
  4. Der Fremdsprachenunterricht von der 3. bis zur 9. Klasse ist aus einem Guss. Lehrplan und Lehrmittel sind durchgehend konzipiert. Es gibt keine Brüche zwischen den Stufen, jedes Kapitel, jedes Buch baut auf dem vorangehenden auf.
  5. Die Lehrpersonen der beteiligten Kantone erhalten dieselbe solide, vertiefte Aus- und Weiterbildung für den Unterricht der beiden Fremdsprachen mit dem neuen Lehrplan und den neuen Lehrmitteln.